Leise Malerei

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Verona, Chiesa della Santissima Trinità

Auf einem knarzenden Gerüst an der Wand links vor dem Altar steht eine junge Frau mit losem Zopf, in der linken Hand eine Farbpalette, in der rechten einen feinen Pinsel, den sie ab und zu an ihrer weißen Hose abwischt. Unten läuft eine ältere Dame mit strenger Föhnfrisur und Perlenkette zwischen den Kirchenbänken auf und ab und verteilt Blumenschmuck auf Altäre und Simse. Der große Bund Schlüssel, der um ihren Hals hängt, klirrt, wenn sie sich bückt oder ihren Schritt beschleunigt.

Die Restauratorin auf dem Gerüst widmet sich gerade kleinen roten Dreiecken, die einen an die Wand gemalten Baldachin zieren. Konzentriert bleibt ihr Blick an das Gemälde geheftet, auch wenn sie vorsichtig einen Schritt zur Seite tut.

 

Bei jeder kleinen Bewegung knarzt das Gerüst. Hinter mir stehen ein Mann und eine Frau, die fachmännisch aussehen, und mit gedämpfter Stimme angeregt über den Zustand des Wandgemäldes diskutieren. Ich halte die Luft an, während ich mit den Augen dem kleinen Pinsel folge.

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